Well, if you really think dancing is boring, shake your head and you can smoke some crack.
Die Geschichte von Dimble Dachkrach

 

Dimble wuchs nicht im südlichen Teil von Rimulon auf, wie er immer behauptet, sondern in einer Stadt westlich von Tamania. Diese Stadt, Kaladarien genannt, lag fast schon an der Grenze zu Fahlnar. Dimble lebte dort mit seiner Mutter, Misha Dachkrach, und seinem Vater, Alton Dachkrach, in einem für die Verhältnisse der Stadt mittelgroßen Haus fast im Zentrum. Sein Vater war ein mehr oder weniger erfolgsreicher Handelsmann, der meist Stoffe, Textilien und Kleider verkaufte. Meistens liefen die Geschäfte gut, manchmal musste die Familie aber auch ein paar Engpässe überwinden. Da Dimble immer gern auf der Staße mit anderen Halblingen spielte, und dass fast im Zentrum einer mittelgroßen Stadt, war er den Umgang mit Anderen, meist Menschen, Elfen und Gnomen, sehr gewöhnt und es gefiel ihm. Jeden Tag lernte er neue Reisende kennen, hörte von ihren abenteuerlichen Geschichten und erzählte diese an seine Freunde weiter, die nicht so mutig waren jeden fremdling, der vorbeikam danach zu fragen. So lebte Dimble die ersten 11 Jahre vor sich hin, allesamt ruhig und ohne größere Ereignisse, bis der Tag kam, an dem die fahlnarischen Truppen in Tamania einfielen. Kaladarien war eine der ersten Städte, die von den Truppen der Magier überfallen wurde. Sie raubten, brandschatzten und brachten Leute um oder nahmen sie gefangen. Da Dimble mit seiner Familie fast im Zentrum wohnte dauerte es ein paar Minuten, bis die Eroberer auch dort einmarschierten. Misha und Alton nutzen diese Zeit um Dimble dem alten Freund Tahir zu geben, der versuchte durch die Truppen der Freinde zu brechen um zu entkommen. Tahir war ein Gnom der viel herumreiste. Auf seinen Reisen hatte er so einiges gelernt was er auch nutzte, um aus der Stadt zu entkommen. Wenn feindliche Truppen auftauchten und sie gefahr liefen entdeckt zu werden erschuff der Gnom Illusionen welche die Truppen auf andere Fährten lockte. Auf diese Weise kamen sie bis an den äußeren Teil der Stadt, als ihnen etwas ins Auge fiel, was keiner von beiden sehen wollte: 5 Soldaten aus Fahlnar führten zwei kleine, blutige und dreckige Gestalten vor sich her, schlugen diese wenn sie nicht schnell genug waren und lachten danach darüber. Diese kleinen Gestalten waren Misha und Alton. Dimble wollte zu ihnen hinüberrennen, doch Tahir hielt in davon und hob seinen Zeigefinger an den Mund um zu symbolisieren, dass sie ruhig sein mussten, wenn auch sie nicht gefangen genommen werden wollten. Mit traurigen Augen sah Dimble zu wie Alton und Misha in einen Wagen eingesperrt wurden, in dem schon mehrere andere Einwohner der Stadt lagen, denn stehen vermochte keiner mehr von Ihnen. Als Alton beim einsteigen Probleme hatte, die erste Stufe reichte ihm bis zur Brust, kam einer der Soldaten wütend daher, nahm Alton und warf ihn unsanft hinein. Dimble rannte in diesem Moment wütend auf die Soldaten zu. Als er 15 fuss von ihnen entfernt war stolperte er über einen Stein und fiel laut hin. Die Soldaten drehten sich sogleich um. Sie sahen einen 11jährigen Halbling Jungen auf dem Boden liegen. „He Trig, den Knirps hier hast du wohl vergessen !“, sagte einer der Soldaten und begann zu lachen. „Halt die Fresse Bernal, gleich hab ich ihn.“ Erwiderte der vorderste Soldaten und ging langsam auf den am Boden liegenden Halbling zu, mit zum Greifen erhobenen Händen, so als wolle er ein Tier fangen. Dimble stand inzwischen wieder auf, als er plötzlich vor sich noch kurz einen Soldaten sah, danach wurde ihm schwarz vor Augen als dieser ihm einen kräftigen Schlag auf den kopf gab.

Was dann passierte weiß Dimble bis heute nicht. Als er erwachte war er mitten im Wald, Tahir über ihn gebäugt und lächelnd. „Ahh, unser kleiner Dickschädel ist erwacht. Es war sehr töricht von dir, zu denken du könntest die 5 ausgebildeten Soldaten alleine besiegen.“ Er nahm einen Wasserschlauch und hielt diesen Dimble entgegen, der mit trockener und krächzender Stimme erwiderte:“Aber was sollte ich denn sonst tun ?“. Tahir wandte sich ab um dem Halbling und sich selbst etwas Erholung zu gönnen. Nach ein paar Minuten der Stille und Andacht, an die verlorenen Eltern von Dimble sagte Tahir schließlich mit fester Stimme: “Ich habe beschlossen nach Machinos zu gehen, der Heimat der Gnome. Dort habe ich einige Bekannte bei denen wir für die erste Zeit wohnen könnten. Ausserdem sind wir dort in Sicherheit.“ Dimble nickte. Die Reise nach Machinos dauerte fast zwei ganze Wochen und war für beide ziemlich hart, da sie besiedeltes Gebiet meiden mussten. Aber sie schafften es schließlich und fanden bei Tahirs Freund Varn Unterschlupf. Dimble staunte nicht schlecht, als er Varn das erste mal sah. Er erwartete einen kleinwüchsigen, erfinderischen Gnom, Varn allerdings war ein Wolkenkratzer an einem Elfen, zumindest für einen Halbling. Varn war grob geschätzt um die 1,79m groß, für einen Elfen doch schon außergewöhnlich. Er lebte auch nicht in einer Gnomischen Siedlung, sondern im Wald, noch ein Umstand den Dimble merkwürdig fand. Als Tahir und Varn Dimbles erstaunte Gesichtszüge sah begannen beide zu lachen. Sauer, dass sich scheinbar beide über ihn lustig machten, verschränkte Dimble trotzig die Arme. Varn erklärte schließlich:“Wie du sicher bereits schon gesehen hast, bin ich kein Gnom, sondern ein Elf. Ich bin Tahir vor einer langen Zeit schon begegnet. Er rettete mir damals das Leben, weißt du?“. Dimble verlor seine trotzige haltung und schaute Tahir erstaunt an, der versuchte so zu tun als habe er das nicht gehört.“Ach, das war doch selbstverständlich!“, erwiderte dieser ohne sichtliches Interesse.Varn erzählte weiter:“ Nun, auf jedenfall hab ich mir ein paar Feinde in der Elfischen Allianz gemacht, was es mir nicht mehr ermöglichte dort zu leben. Tahir hat mir angeboten hierher zu kommen.“. Dimble nickte.

Dimble lebte die nächsten 7 Jahren mit Tahir und Varn im Wald. Wie er später erfuhr war Varn ein Waldläufer, der für das Gute kämpfte. Allerdings war er nicht, wie andere, ständig auf der Suche nach Abenteuer mit der Hoffnung böses zu besiegen, sondern wurde sesshaft und beschützte deswegen die nähere Umgebung. Varn war aber auch leidenschaftlicher Lautenspieler, welche er wirklich gut beherschte. Er weckte großes Interesse an diesem Instrument in Dimble. Als Dimble ihn fragte ob er es ihm beibringt meinte Varn,“Na da sag ich nicht nein“, und zwinkerte Dimble dabei zu. Eines Tages sah Dimble Varn erst am späten Nachmittag, für sich schon ein seltsamer Umstand, war er doch den ganzen Morgen mit Tahir verschwunden gewesen. Dimble rannte zu ihm hin, blieb aber 30 fuss vor Varn stehen. Dieser stand voll ausgerüstet mit Kettenhemd, Landbogen, Langschwert und einem Rucksack mit Rationen auf dem Rücken da und hatte einen sehr ernsten Gesichtsausdruck, was nicht zu dem fröhlichen Elfen, den Dimble kennengelernt hatte, passte. Varn drehte sich in diesem Moment um und sah Dimble ihn anstarren. Mit ernster Stimme sagte er:“Dimble, ich muss weg. Ich habe wichtige Dinge zu erledigen. Krieg ist wieder ausgebrochen.“Dimble erwiderte entgeistert:“Wo ? Wer ?“.Varn zögerte.“Fahlnar“, sagte er etwas leiser,“sie greifen Machinos an!“ Dimble wusste nicht was er sagen sollte und rannte weg. Er brauchte seine Ruhe um die neuesten Ereignisse zu verarbeiten. Am Abend kam er zurück, als sich Tahir gerade aufmachen wollten um ihn zu suchen. „Geht es dir gut, Dimble?“,fragte Tahir. Dimble nickte.“Wir wollten es dir eigentlich erst später sagen.Varn musste gehen. Er kämpft für Machinos, für seine neue Heimat.“ Dimble nahm schweigend Platz. Der Rest des abends verlief ohne jegliche Gespräche. Als die Wochen vergingen und die Gnome den Krieg scheinbar zu gewinnen schienen normalisierte sich das Leben in der Umgebung wieder. Fahlnar war nicht sehr weit in das Gebiet der Gnome eingedrungen. Auch wenn sie eher an der Grenze lebten, war die Front doch ein paar Tagesreisen entfernt. Dimble fasste den Entschluss, nachzusehen was aus Varn geworden war, allerdings ohne das Wissen von Tahir. Dimble packte seine Sachen zusammen und verließ das Anwesen von Varn, nachdem er für Tahir eine Nachricht hinterlassen hatte. Er reiste 5 Tage als er die Front schließlich erreichte. Er fand Truppenlager der Gnome in dem er nach einem großen Elfen Namens Varn fragte. Abends legte er sich erschöpft ans Feuer, ohne auch nur einen Schritt weitergekommen zu sein. Niemand hier kannte Varn auch nur annähernd. Dimble beschloss weiterzureisen, ein anderes Lager zu suchen. Nach 4 Tagen sah er auf einem entfernten Berg eine Truppe Reiter aus Machinos zurückkehren und wartete auf der Straße auf sie, hatte er doch seit Tagen kein anderes Truppenlager gefunden und wollte sich bei den Reitern erkundigen. Das stellte sich allerdings als fatalen Irrtum heraus, waren die Reiter doch keine Gnome, jedoch ein Überfalltrupp aus Fahlnar, wie er zu spät erkennen musste. Sie umzingelten ihn mit ihren Pferden und lachten dabei lauthals.“Na, wen haben wir denn hier ?“, fragte einer.“Beute“, sagte einer anderer. „Ich glaube, Colvin wird sich über weitere freiwillige für seine Experimente freuen“, meinte noch einer. Die Gruppe begann zu lachen. Schließlich sagte einer:“Trig, Bernal, schnappt euch den Kerl und verknotet ihn.“ Zwei Reiter der Gruppe antworteten promt, „Zu Befehl, Hauptmann Oswig!“ Die beiden Reiter kamen näher und warfen ein Netz auf Dimble, welcher sich kaum wehren konnte. Trig stieg vom Pferd ab und schlug den zappelnen Halbling bewusstlos.

Als Dimble wieder erwachte fand er sich in einem Gefängnis wieder. Langsam rappelte er sich auf und warf einen Blick auf die Zellen.“Varn!“, rief er plötzlich aus. In einer der Zellen saß in der Ecke ein erschöpft kauernder Elf. „Varn!“, rief Dimble noch einmal. Langsam hob die Gestalt den Kopf. „Dimble ...“, flüsterte er schwach. Er hustete Blut. „Varn ! Was haben sie nur mit euch angestellt ?“, fragte Dimble entsetzt. „Die ... Exp....Experiment...“, er begann wieder zu husten. Dimble nickte.“Wer ? Wer macht diese Experimente ?“. Varn schwieg einen moment um kraft zu sammeln.“Colvin! ... Er... er ist ein Ma...Magier des hohen.... Rates.“, sagte Varn mit etwas kräftigerer Stimme. Dimble nickte wieder.“Ruht euch aus mein Freund, wir können auch noch später reden.“ Dimble setzte sich auf die Pritsche in seiner Zelle und versank in Gedanken. Plötzlich wachte er auf, als sich die Zellentür laut und quietschend öffnete. Ein muskulöser, grober Kerl stand in der Tür mit einem teuflischen Grinsen.“Meister Colvin schickt mich nach seinem neuesten ‚Freiwilligen’“, sagte er verschlagen, dann drehte er sich zu Varn um,“und du kommst auch mit, Elf. Er hat noch etwas mit dir vor. Vieleicht kommst du in den genuss der Erlösung.“ Mit einem bösen lachen drehte er sich um, schnappte sich Dimble am Arm und befahl einer anderen Wache Varn mitzubringen. Dimble wurde einige Stockwerke nach oben gebracht. Am Runden Bau der Räume erahnte der Halbling, dass er sich in einem Turm befand, aber was für einem. Die Räume waren alles andere als klein und bescheiden. Die Stockwerke schlangen sich dahin, als sie schließlich erreichten wohin er gebracht werden sollte. Sie standen vor einer größeren Doppeltür mit metallenen Verzierungen und verschiedenen Zeichen darauf, rechts und links jeweils eine Wache im Vollplattenpanzer. Der Kerkermeister gab ihm einen groben schubs von hinten und setze mit bedrohlicher Stimme hinterher:“Geht hinein, Meister Colvin wartet schon auf euch. Aber wagt es nicht einmal an Flucht zu denken! Ihr würdet schneller Tod sein als ihr einen Fluch sprechen könntet.“ Langsam und unsicher ging Dimble auf die zwei riesigen Türen zu, Varn ging ebenfalls langsam, allerdings nicht aus Unsicherheit. Er war sehr schwach. Einer der beiden Wachen öffnete eine Tür und wartete bis der Halbling und der Elf hindurchmaschiert waren. Sie betraten einen größeren, halbrunden Raum. Er war gefüllt mit mehreren Tischen auf denen Reagenzgläser und Fläschchen mit Flüssigkeiten der verschiedensten Farben standen. An einer Wand stand ein riesieges Bücherregal voll gefüllt bis oben hin. In der Mitte des Raumes prangte an der Decke ein wunderschöner Kerzenhalter der den Raum in tiefes, gelbes Licht tauchte. Fenster gab es nur 2 kleine, jeweils links und rechts gegenüber. Am Ende des Raums saß, wie auf einem Thron, ein Mann in roter Robe. Seine Gesichtzüge waren durch die Tief ins Gesicht hängende Kaputze verdeckt. Seine Finger waren zwischen den Knien aufeinander gelegt, als er langsam den Kopf erhob um die zwei Gefangenen zu mustern. „Pefekt“, flüsterte eine vor bösheit triefende Stimme.

Langsam erhob sich die Gestalt von ihrem Thron und marschierte auf Dimble zu. Dieser machte einen zaghaften Schritt zurück, als er Colvin, wer auch immer das war, auf sich zukommen sah.“Du brauchst keine Angst haben, Halbling. Ich will nur ein paar Dinge an dir ‚testen’. Normalerweise sind die Schmerzen ertragbar.“ Sein kehliges Lachen ließ Dimble erschaudern. Colvin hob eine Hand und zeigte auf eine Bank mit Hand- und Fußfesseln. „Mach es dir ruhig bequem“, sagte er mit vor Sarkasmus durchtriebener Stimme.“Wenn du nicht freiwillig gehst werde ich dafür sorgen, dass du es tun wirst. Nur wird das viel schmerzvoller sein.“ Dimble schaute unschlüssig zu Varn, bewegte sich dann aber langsam in Richtung Bank. Colvins Schritte hallten durch den Raum, als er langsam auf Varn zuging. „Mit dir habe ich auch noch etwas vor. Dein Körper ist stark, stärker als ich angenommen hatte. Bisher hast du jedes Mittel, dass ich dir gegeben habe überlebt. Das nächste allerdings wird die anderen an Stärke übertreffen. Als Dank dafür, dass du mir solange gute Dienste geleistet hast wird dein Exitus von kurzer Dauer sein und fast schmerzlos ablaufen. So habe ich es zumindest geplant.“ Wieder hallte sein kehliges Lachen durch den Raum. Dimble sah entsetzt zu, wie Colvin langsam eine Spritze mit grüner Flüssigkeit herausholte und Varn´s Arm nahm. Dieser wehrte sich nicht, drehte den Kopf aber langsam und schaute Colvin in die Augen. Sein blick war eisig kalt. Dimble erschrak. Nie hatte er seinen Freund ähnlich böse blicken sehen. Colvin hielt inne, von der Wendung selbst überrascht. Varn´s eiskaltes, berechnendes Lächeln erschrak beide.“Im Gegenteil, Freund“, sagte er mit vor Ironie triefender Stimme.“Heute werden wir testen ob IHR die Prozedur überlebt.“ Mit einer blitzschnellen Bewegung riß der Elf seinen Arm los und schlug Colvin einen Löffel, gut versteckt in seiner anderen Hand, umgekehrt in die Magengrube, mit einer Kraft die keiner von beiden Varn zugetraut hätten. Colvin stolperte geschockt zurück, die Schale des Löffels ragte aus seiner Magengrube hervor. Mit weit aufgerissenen Augen starrte er zu Colvin hinüber, dann wieder auf seine Wunde. Er versuchte zu schreien, doch nur Blut drang aus seinem Mund hervor. Schließlich brach er vor Schmerz und Schock zusammen. Varn senkte für einen Moment den Kopf und flüsterte etwas, was Dimble allerdings nicht verstand.“Wie konntet ihr Colvin nur mit einem Löffel so schwer verletzen ?“, fragte Dimble erstaunt.“Ich spielte den schwachen. Colvins letztes Mittel war nicht viel mehr als Wasser. Es hatte keinerlei Wirkungen auf mich, so hatte ich ein paar Tage Zeit Kräfte zu sammeln.“, erwiderte Varn. Dann drehte er sich zu Dimble um.“Wir müssen hier schnell raus. In ein paar Minuten werden sie merken das etwas nicht stimmt.“ Dimble hatte sich inzwischen wieder gefasst und nickte enthusiastisch.“Aber wie ? Wir sind wahrscheinlich in einem Turm, und der ist riesig ! Bis wir unten sind haben uns die Wachen bestimmt erledigt.“ Varn lief auf einen der Tische zu und durchstöberte ihn.“Hier muss doch irgendwo ...“, sagte er konzentriert vor sich hin. „Hier !“. Er hielt ein kleines Amulett vor sich hin, in dessen Mitte eine Feder aus Metall prangte. „Was sollen wir mit einem Amulett ?“,fragte Dimble erstaunt. Varn, der inzwischen sein fröhliches Gesicht wieder inne hatte, wenn auch etwas ernst, grinste zu ihm herüber.“Vertraut mir“, antwortete er kurz „Komm und halte dich an mir fest.“ Varn schob den Thron beiseite und dahinter offenbarte sich eine solide Holztür. Er öffnete sie und ging hinaus. Dimble stand erstaunt da. „Kommt schon, die Freiheit wartet nicht“, rief eine Stimme jenseits der Tür. Als Dimble hinausging fand er sich auf einem Balkon wieder, bestimmt über 180 fuss in der Höhe. Varn wartete bereits am kunstvollen Steingeländer auf ihn. Dimble ging zu ihm hin und schenkte ihm einen fragenden Gesichtausdruck, welchen der Elf mit einem noch größeren Grinsen beantwortete. „Gut festhalten ....“, war das letzte was Dimble von Varn noch hörte, als dieser sogleich mit Dimble im Arm vom Geländer sprang. Als der Halbling die Augen wieder öffnete sah er ein anderes Bild als er erwartete. Mit etwas schnellerer Laufgeschwindigkeit schwebten sie gen Boden. „Die Landung könnte ein bisschen hart werden. Das Amulett ist im Grunde nur für eine Person gedacht, aber du bist ja nur ne halbe Portion“, meinte Varn lachend.

Dimble starrte ihn kurz böse an, mehr aus Spass als Ernst.“Was ist das für ein Amulett ?“, fragte Dimble schließlich. „Es ist magisch, dass solltet ihr ja schon bemerkt haben. Es sorgt dafür, dass man wie eine Feder zu Boden gleitet. Praktisch, nicht wahr ? Dieses Amulett ist mir schon letzte Woche aufgefallen.“ Dimble nickte. Nach ein paar Minuten Flug, oder eher gleiten, landeten sie schließlich am hinteren Teil des Turmes. Dimble und Varn schlugen sich danach durch die Hauptstadt von Fahlnar. Nach ein paar Stunden erreichten sie schließlich das Ende der Stadt. Glücklicherweise war die Stadtwachenbesetung am Tor eher gering. Scheinbar fürchteten die Magier keinen direkten Angriff auf die Hauptstadt. Durch die Kontrollen schlichen sich die beiden geschickt hindurch und reisten auf der Hauptstraße in das Reich der Zwerge. Dummerweise ließen die Soldaten niemanden die Grenze passieren, da Kriegszustand herrschte. So mussten Dimble und Varn wohl oder übel länger als erwartet in Fahlnar bleiben. Wie sie mittlerweile gehört hatten, hatte Colvin den Angriff überlebt. Wie Dimble herausgefunden hatte war Colvin einer der Magier im Hohen Rat von Fahlnar, welcher nach der alleinigen Herrschafft strebte. Um die Experimente geheim zu halten hatte Colvin glücklicherweise darauf verzichten müssen, den Halbling und den Elfen suchen zu lassen. Er hatte seine Verletzung als Unfall im Labor abgehandelt. Dimble war das ganz Recht, hatte er doch keine Lust auf eine ständige Versteckerei und Verfolgungswahn. Nach ein einhalb Jahren unterbreitete Fahlnar den Gnomen ein Friedensangebot, wurden die mithilfe ihrer Maschinen und natürlichen Magie resistenz doch immer gefährlicher und drohten immer mehr in ganz Fahlnar einzumarschieren. Die Gnome nahmen das Angebot bereitwillig an. Die Grenzen wurden wieder geöffnet, für die erste Zeit allerdings nur für Händler. Ein halbes Jahr später dann wieder für alle. Während diesen zwei Jahren lebten Dimble und Varn hauptsächlich im Wald. Sie hatten eine stabile Eiche gefunden, welche sich ohne größeren Einfluß zum Haus umfunktionieren ließ. Auch sonst hielten sie sich nur wenn es absolut notwendig war in Städten auf. Nachdem die Grenzen nun wieder geöffnet waren zögerten Varn und Dimble keine Sekunde und brachen auf ins Reich der Zwerge. Nach zwei Monaten durchreise kamen sie schließlich an der Grenze zu Rimulon an. Dimble nutzte diese zwei Monate um sich die Ländereien der Zwerge genauer anzuschauen. Er war fasziniert davon zu sehen, wie andere Rassen zu leben pflegten, welche Sitten und Traditionen sie hatten und welchen Charakter sie besaßen. Ihren Lebensunterhalt verdienten Varn und Dimble, indem sie in Tavernen auf ihren Lauten spielten und sangen. Dimble empfand diese Zeit als eine der schönsten die er je hatte. Doch alles gute hat sein Ende und so auch dieses. Nach weiteren Wochen der Reise kam schließlich der Tag, an dem Dimble schweren Mutes zu Varn ging. Er hatte ihm eine Entscheidung mitzuteilen. „Varn ? ...“, fragte er vorsichtig. „Hmm ?“, antwortete dieser.“Ich habe in der letzten Zeit eine Entscheidung getroffen, eine bedeutende Entscheidung.“ Dimble zögerte.“Ich werde nicht mit Euch zurück nach Machinos gehen.“ Varn starrte ihn erstaunt an. „Wie soll ich es sagen ? Ich habe gefallen daran gefunden, zu Reisen. Ich will soviel von der Welt sehen wie ich kann und die Leute dabei mit meinem Gesang und meinem Spiel auf der Laute erfreuen. Außerdem möchte ich auch einmal ein paar Abenteuer erleben, so wie ihr früher welche erlebt habt.“ „Dimble....“, erwiderte Varn. „Versucht nicht mir das auszureden. Ich habe meine Entscheidung bereits vor Wochen getroffen.“, setzte Dimble entschlossen an. Varn zögerte kurz. Schließlich sagte er in Gedanken versunken:“ Nun gut. Ich denke, ihr müsst eure Eigenen Erfahrungen machen. Ihr seid jung, ihr wollt die Welt sehen. Das kann ich verstehen, mir selbst erging es nicht anders. Wann habt ihr vor mich zu verlassen ?“ „Morgen. Ich werde Richtung Falkenburg reisen, der Hauptstadt von Rimulon. Ich habe gehört dort soll es viele Tavernen geben.“, Dimble zwinkerte Varn bei diesen Worten zu. Der Elf beantwortete die anspielung auf ihre letzte Zeit mit einem lächeln. „Ja, Tavernen ...“, sagte er langsam.“Ich werde Tahir deine Entscheidung ausrichten. Er wird zwar nicht glücklich damit sein, aber ich denke er wird sie verstehen.“ Am nächsten Tag verabschiedeten sich die zwei Freunde und gingen Ihrer Wege, keiner von beiden wusste was noch auf sie zukommen würde. Dimble verbrachte die nächsten 8 Jahre in Rimulon. Die meisten davon reiste er umher, ein paar wenige verbrachte er in Falkenburg und den Tavernen, wie er es Varn zuvor versprochen hatte. Dimble ist immer noch neugierig, freundlich und in den Geschichten anderer interessiert wie eh und je. Das Ansprechen jeder Person auf der Straße hat er sich aber glücklicherweise abgewöhnt, denn in der Hauptstadt eines Königreichs laufen nunmal ziemlich viele Menschen, Elfen, Zwerge oder auch sogar manchmal ein paar Halblinge umher. Im Gegensatz zu seiner Lebenseinstellung ist er in bezug auf seine Vergangenheit allerdings sehr verschwiegen. Wenn ihn einer fragt, woher er kommt, erzählt Dimble ihm eine erfundene Geschichte: Er stamme aus dem südlichen Teil von Rimulon, seine Eltern seien Händler und er sei von zu Hause weggeloffen, da sein Vater wollte das er auch ein Händler wird. Ihn habe allerdings die Kunst im Blute gesteckt, und so hat er sich auf und davon gemacht um als Künstler durch das Land zu streifen.

Bis ihn die Vergangenheit einholt, und er sie nicht mehr leugnen kann ...